Entwertung

Womit kann man seine Wände tapezieren? Mit postfrischen deutschen Marken aus der D-Mark-Zeit. Seitdem die allermeisten Bund-Marken aus den Jahren 1969 bis 2000 nicht mehr frankaturgültig sind, sank der Marktpreis ins Bodenlose – kein Wunder bei den Millionen-Auflagen und der Sättigung des Marktes. Mit gut einem Jahrzehnt Verspätung erleben jetzt auch die Niederlande das gleiche Phänomen.

nederlandGrund: Alle bisher noch gültigen Marken in der Gulden-Währung – das waren bisher alle Werte ab 1977 sowie einige ältere Dauermarken – verlieren zum 1. November 2013 ihre Gültigkeit. Anlass ist ein groß angelegter Betrug mit Fälschungen zum Schaden der Post, die unter anderem bei PostNL beschrieben sind. Allerdings dürfte es den Postlern seit Jahren schon missfallen haben, dass die alten Gulden-Marken immer noch fleißig verklebt worden sind.

Ich selbst bekomme häufig Post von Sammlern aus den Niederlanden, Belgien oder Frankreich – und in allen diesen Ländern dominieren auch mehr als zehn Jahren nach Einführung des Euro immer noch Frankaturen in der alten Währung. Verständlich: Diese Frankaturware ist häufig für deutlich weniger als 50 Prozent des Nominalwerts zu bekommen; auch alte Sammlungen lassen sich so schön ausschlachten.

Doch damit ist zumindest in den Niederlanden bald Schluss. Dann bekomme ich auch nicht mehr so bunte Briefe wie den oben abgebildeten. Wer genau hinschaut, entdeckt übrigens zwei Marken, die schon seit den 1970er-Jahren ungültig sind. Auch das war sicher ein Problem in den Niederlanden: Sondermarken vor und nach 1977 waren nicht so leicht zu unterscheiden; im Gegensatz zu den deutschen Marken tragen sie in der Regel auch keine Jahreszahl.

Der Post ungültige Marken als Frankatur untermogeln, das geht bald nicht mehr? Bestimmt doch, wie dieser dreist beklebte Brief mit 60 Pfennig statt 58 Cent aus diesem Jahr beweist…

duitsland

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